Auer Besteck- und Silberwarenwerke

Christian Gottlieb Wellner gründete die erfolgreiche Besteckherstellung 1854 und begann mit der Herstellung von Löffeln und Pfeifendeckel aus Argentan (Neusilber). Vier Jahre später führte der Sohn Carl August Wellner die Firma weiter und errichtete ein neues Werk,  was ständig erweitert wurde. September 1913 wurde das Privatunternehmen in eine Aktien Gesellschaft umgewandelt. Die den Namen  „Sächsische Metallwarenfabrik August Wellner, Söhne AG“ trug.

Zu Zeiten des ersten Weltkriegs waren Arbeiter Mangelwahre, wodurch man viele Frauen einstellte. Das Werk war auch für den Staat ein wichtiger Punkt für die Produktion von Patronenhülsen und Granaten, die eigene Besteckproduktion musste dadurch stark zurück gefahren werden.

Nach dem 1. Weltkrieg 1918 ging die Produktion für Besteck wieder stark voran, aber auch Halbzeug (Rohmaterialien) aus Blech und Metallstangen kamen als Produkte hinzu. Das Werk baute sich rasch auf und gewann an vielen neuen und arbeitserleichternden Maschinen, dadurch wurden auch verschiedene Abteilungen neu geschaffen, wie Eisengießerei, Tischlerei, Stanzenbau usw.

1934 verbot das deutsche Reich den Export von Neusilber-Waren, was zu starken Verringerungen der Produktion führte. Ab Kriegsbeginn mussten einige Bereiche der Fabrik umgerüstet werden, so das man Hülsen für Flag-Geschosse bauen konnte, viele Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden für diese Arbeiten eingesetzt. Nach 1941 bekam die Fabrik den Namen „August Wellner, Söhne AG“

1946 Wurde das Werk enteignet und große Teile der Produktionsanlagen wurden abgebaut und als Schadensersatz an die Sowjetunion übergeben. Anfang der 50er Jahre ging nun endlich die Produktion von Besteck wieder weiter. 1950 wurde die AG nach Frankfurt am Main verlagert und als GmbH weitergeführt. Derweil wurde der nun Volkseigene Betrieb in Aue unter den Namen „ABS Auer Besteck- und Silberwarenwerke“ als wichtigster Betrieb für Bestecke aufgebaut. Auch der Export ging wieder erfolgreich voran.

Nach der Wende bekamen die noch lebenden Firmenerben die Fabrik zurück, doch das Aus war dann entgültig 1995 gekommen. Das Firmengelände ist jetzt im Besitz der Stadt Aue. Einige baufällige Gebäudeteile wurden abgerissen und das Imposante Hauptgebäude soll verkauft und Saniert werden.

Unser Besuch war im September 2007, leider kamen wir nicht in alle Gebäude rein, daher gibt es nur einen kleinen Eindruck von dem wunderschönen Gebäude.